Turnier · 13. September 2026
Neun Bögen, neun Meisterschaften

Von Hartmut Stöpler, Fachbereichsleiter Bogensport
Eine Deutsche Meisterschaft ist nicht eine Geschichte, sondern viele, die zur selben Zeit geschossen werden. Vom 11. bis 13. September waren in Wiesbaden neun Schützen des ASC Göttingen dabei, in sechs Klassen, von den Recurve-Damen bis zur Blankbogen-Masterklasse. Neun Bögen, neun Meisterschaften.
Die Startliste der Recurve-Damen setzte drei Göttingerinnen an die Scheiben 30, 31 und 32, und jede von ihnen erlebte etwas anderes.
Svenja Herrmann ging als Elfte der Qualifikation in die K.-o.-Runde und kam als Siebte wieder heraus. Im Achtelfinale schlug sie Ina Mielke (TSV Bramstedt), die als Sechste besser gesetzt war: erster Satz 26 zu 26, danach drei Satzgewinne in Folge, 7 zu 1. Im Viertelfinale war Charline Scheiding (GS Boxdorf) die Stärkere. Svenjas einziger Punkt fiel in einem 26 zu 26 im dritten Satz, am Ende hieß es 1 zu 7. Scheiding wurde später Vierte. Platz sieben unter 44 Starterinnen, bundesweit.
Vanessa Theuer stand als Fünfzehnte der Qualifikation ebenfalls in der K.-o.-Runde und traf gleich in der ersten Runde auf die Zweite, Johanna Klinger (PSV München). 0 zu 6. Klinger wurde Deutsche Meisterin.
Flora Kliems Meisterschaft begann in Indien. Für Deutschland war sie bei der Hyundai World Archery Para Series in Ahmedabad gestartet, vom 5. bis 9. September an der Sabarmati Riverfront. Dort erkrankten sie, ihre Teamkollegin Jule Lammers und Teamchef Robin Postler, das Team musste abbrechen, und zwischenzeitlich war sogar der Rückflug fraglich. Von Indien ging es direkt nach Wiesbaden. Flora hat ihre 72 Pfeile geschossen, 445 Ringe, Rang 44 von 44. Das ist der letzte Platz, und er sollte nicht allein gelesen werden.
Im Nachwuchs schoss sich Oskar Mühl in der Qualifikation auf Rang 5 von 51, im Achtelfinale hieß es 2 zu 6 gegen Ben Maximilian Wittern (ASG Lüneburg). Gemeinsam mit Miriam Wiebel und Mathis Döring bildete er die Jugendmannschaft. 632, 571 und 557 Ringe ergaben 1760 und Platz vier von acht Teams. Davor lagen nur die drei Mannschaften des BSSC Olympia, dessen Nachwuchs in beiden Jugendklassen Gold holte.
Drei weitere starteten im Einzel. Nils Hartleb wurde bei den Herren Einundzwanzigster von 80 Startern. Michel Scholer zog bei den Junioren als Achter der Qualifikation ins Achtelfinale ein und verlor dort 0 zu 6 gegen Nils Bergmann (SV Erfurt West). Gerry Barthold wurde in der Blankbogen-Masterklasse Achte von 12.
Ein Name fehlt in den Ergebnislisten: Manuela Stender konnte nicht starten, weil sie als Wahlhelferin ihrer Bürgerpflicht nachkam. Auch das gehört zu einem Verein.
Neun Meisterschaften, ein Verein. Wer am nächsten Trainingsabend nachfragt, bekommt neun verschiedene Antworten, und keine davon ist die falsche.