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Turnier · 5. Juli 2026

Vierter Platz, Bronze im Stechen: Flora Kliem kämpft sich in Nové Město zurück in die Weltspitze

Flora Kliem bei der Para Series in Nové Město, Foto 5

Wind, der in Böen über den Platz von Nové Město nad Metují fegt, gehört in dieser Woche zur Qualifikation dazu. Ringzahlen schwanken, Pfeile driften ab, und wer an diesem Dienstag antritt, schießt gegen dieselben Böen wie alle anderen auch. Genau das macht die Zahlen am Ende ehrlich: Was zählt, ist nicht die absolute Ringzahl, sondern wer sich unter gleichen Bedingungen besser behauptet.

Für Flora Kliem, die im Recurve-Wettbewerb für das Deutsche Nationalteam an den Start geht, war Nové Město die zweite Station der neu eingeführten Hyundai World Archery Para Series, die in diesem Jahr erstmals um die Welt reist. Nach dem Auftakt in Bangkok kamen Athleten aus rund 30 Nationen Europas, Asiens sowie Nord- und Südamerikas ins tschechische Nové Město, einen traditionsreichen Ort im internationalen Para-Bogensport.

Mit Rang 6 nach der Qualifikation ging Flora solide in die K.-o.-Runden. Es folgte ein Kampf durch mehrere Runden, bis am Ende zwei Gegnerinnen standen, denen sie sich geschlagen geben musste: erst im Halbfinale, dann im Kampf um Bronze. Gerade diese Niederlage erzählt die eigentliche Geschichte des Tages. Im Bronzefinale steckte kein einziger ihrer Pfeile schlechter als eine 8, und trotzdem reichte es am Ende nicht. Rang 4.

"Ich bin sehr stolz auf mich, auch wenn es im Einzel nicht für eine Medaille gereicht hat."

Das ist keine Floskel: Eine Leistung, der buchstäblich kein Pfeil etwas anzuhaben war und die trotzdem nicht für Edelmetall reichte, zeigt vor allem, wie stark das Feld an diesem Wochenende besetzt war.

Auch für die beiden anderen deutschen Starterinnen war Nové Město ein forderndes Turnier: Jule Lammers beendete den Wettkampf auf Platz 11, Sandra Maschkewitz auf Platz 17.

Die Geschichte des Wochenendes bekam am Ende noch eine zweite, deutlich hellere Wendung. Im Doppel mit Jule Lammers kämpfte sich Flora bis ins Match um Bronze und traf dort auf die USA. Solche Wettkämpfe werden nicht einfach ausgeschossen, sie werden entschieden: von einem einzigen Pfeil pro Schützin im Stechen, der zwischen Medaille und dem undankbaren vierten Platz liegt. Diesmal fiel die Entscheidung für Deutschland. Bronze im Doppel, nach einem Wettkampf, der bis zur letzten Sekunde offen war und genau deshalb so viel wert ist.

Teammanager Robin Postler, der wie Flora aus der Bogensportabteilung des ASC kommt, zieht ein klares Fazit:

"Wir sind gut in den Wettkampf reingekommen und konnten bis zum Ende zeigen, dass wir wieder auf Weltklasseniveau unterwegs sind."

Ein Satz, der zu einem Wochenende passt, das mit einem knapp verpassten Einzel-Podest begann und mit einer erkämpften Mannschaftsmedaille endete.

Der Blick geht schon weiter: Statt wie geplant im November nach Dubai wird es für das Team wahrscheinlich bereits im September nach Ahmedabad in Indien gehen. Ganz sicher ist das noch nicht, aber die Zeichen stehen deutlich in diese Richtung.

Hartmut Stoepler

Fachbereichsleiter Bogensport, ASC Göttingen von 1846 e. V.

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