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Turnier · 27. September 2026

Ein Pfeil, eine Sechs: Svenja Herrmann bei der Feldbogen-WM

Svenja Herrmann schießt im Nationaltrikot bei der Feldbogen-WM 2026 in Yankton.

Von Hartmut Stöpler, Fachbereichsleiter Bogensport

88 zu 88. Sechs Passen mit je drei Pfeilen sind im Achtelfinale der Feldbogen-WM geschossen, und Svenja Herrmann und die Französin Jennifer Devaux liegen exakt gleichauf. Jetzt entscheidet ein einziger Pfeil pro Schützin. Svenja trifft die Sechs, Devaux eine Vier. Damit ist Svenja im Viertelfinale, bei ihrer ersten Weltmeisterschaft im Nationaltrikot.

Die Bedingungen gehören zu dieser Geschichte. In Yankton, South Dakota, regnete es nach dem Bericht der Berliner Juniorin Frida Janke praktisch durchgehend. Der Boden war Matsch, und auch die Qualifikation fand unter sehr nassen Bedingungen statt. Die Veranstalter mussten Parcours kürzen: Bei den Blankbogenschützen blieben nur sechs Ziele auf der markierten Runde, bei den Compoundschützen entfielen drei. Beim Feldbogen werden Entfernungen zwischen 10 und 60 Metern geschätzt, die Scheiben reichen von 20 bis 80 Zentimetern. Im Regen wird zusätzlich der Stand unsicher, die Hände werden nass und die Konzentration kostet mehr Kraft.

Für Svenjas erste Weltmeisterschaft war zunächst vor allem eines vorgesehen: Erfahrung sammeln. Eine Platzierung unter den ersten Zehn wäre bei dieser Konkurrenz ein riesiger Erfolg. Nach dem Stechen stand sie bei den letzten Acht.

Im Viertelfinale wartete Roberta Di Francesco, Titelverteidigerin und Erste der Qualifikation. Nach drei Passen stand es 42 zu 43, ein einziger Ring Abstand zur Favoritin. Dann zog Italien davon, am Ende hieß es 78 zu 87. Di Francesco gewann später Bronze. Für Svenja bedeutete das Platz sieben.

Damit war ihre WM nicht vorbei, denn Feldbogen ist auch ein Mannschaftssport.

Mit den Frauen (Julia Böhnke, Nora Kipferler) schoss sie im Viertelfinale gegen Slowenien: 54 zu 54. Wieder Stechen, jede Schützin ein Pfeil. Deutschland kam auf 14, Slowenien auf 13. Ein Ring Vorsprung, und das Halbfinale war erreicht. Dort war Italien mit 58 zu 52 zu stark. Im Bronzematch gegen Spanien lag das Trio nach drei Passen mit 38 zu 39 nur einen Ring zurück. Die letzte Passe ging 10 zu 13 verloren, Endstand 48 zu 52. Platz vier, vier Ringe von der Medaille entfernt.

Im Recurve-Mixed schoss Svenja an der Seite von Florian Unruh, der später Einzel-Weltmeister wurde. Frankreich wurde im Viertelfinale mit 79 zu 72 geschlagen. Gegen Italien im Halbfinale hieß es 71 zu 79. Im Bronzematch gegen die USA mit Casey Kaufhold und Brady Ellison unterlagen die beiden mit 69 zu 80. Wieder Platz vier.

Acht Matches in der K.-o.-Phase, zwei gewonnene Stechen, Platz sieben im Einzel und zweimal Rang vier im Team. Eine starke Bilanz nach 25 Stunden Anreise, Dauerregen und einem Parcours, der unter den Füßen wegrutschte. Svenja sammelte nicht nur Erfahrung. Sie entschied Matches.

Erfahrung gesammelt hat sie trotzdem. Es waren nur ein paar Ringe mehr als geplant.

Weitere Bilder findest Du im verknüpften Fotoalbum. Die vollständige Bildstrecke gibt es bei World Archery.

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