ASC Göttingen — Feldbogentraining
Erst wenn man schießen kann.
Feldbogentraining setzt eine gute Schusstechnik voraus — und baut dann gezielt auf sie auf. Hallenvorbereitung, Theoriearbeit, Entfernungen ausschießen und viele Stunden im Gelände.
Feldbogen braucht eine Grundlage.
Die Bogendisziplin Feldbogen stellt viele neue Anforderungen — Hangwinkel, wechselnde Distanzen, Lichtverhältnisse, Geländereaktionen. Wer damit umgehen will, muss den Schussablauf bereits sitzen haben. Deshalb starten Anfänger bei uns frühestens im Folgejahr nach dem Anfängerkurs mit dem Feldbogen.
Die Saison beginnt im März.
Bereits im März starten wir mit den ersten Trainingseinheiten in der Halle. Anfänger im Feldbogen werden in die Besonderheiten des Bergauf- und Bergabschusses eingewiesen, die routinierten Schützen beginnen ihr Saisonprogramm.


Parkour-Kooperation im ASC
Dank der Zusammenarbeit mit der Parkour-Abteilung des ASC Göttingen können wir deren Trainingsblöcke in der Halle nutzen. Die Kästen ermöglichen Schüsse aus unterschiedlichen Höhen und Winkeln — bergab bereits drinnen, lange bevor die Feldsaison draußen beginnt.
Für Wettkampfschützen ein solides Warm-Up. Für Einsteiger in den Feldbogen ideal, um erste Erfahrungen mit dem Winkelschuss zu sammeln, bevor das Gelände mit all seinen Variablen dazukommt.
Was in der Halle geübt wird
Bergauf- und Bergabschuss auf verschiedene Distanzen, Visiereinstellungen für die häufigsten Felddistanzen, Stringwalking-Abgriffe für Blankbogen-Schützen. Die Halle ist der Raum, in dem Fehler erkannt werden, bevor sie draußen auf dem Parcours Zeit kosten.
Außerdem wird die Ausrüstung gecheckt: Pfeilflucht, Bogeneinstellung, Armschutz-Sitz. Wer im März gut vorbereitet ist, kann im April auf dem Parcours anfangen, Distanzgefühl aufzubauen.
Theorieunterricht im Bogenhaus.
Am Anfang jeder Saison gibt es für Anfänger und für erfahrene Feldbogenschützen eine Theorieeinheit. Regelkunde, Parcours-Aufbau, Trefferaufnahme — und Erfahrungswissen, das kein Lehrbuch hat.


Kalle Bode
Unser leitender Feldbogentrainer Kalle Bode war 15 Jahre Bundestrainer der deutschen Feldbogen-Nationalmannschaft und schoss selbst Welt- und Europameisterschaften im Feldbogen. Was er in dieser Zeit gelernt hat, gibt er direkt weiter — mit Kontext, nicht als Regeltext.
Für Einsteiger in die Disziplin ist das ein unerschöpflicher Quell an Wissen. Nicht weil die Theorie schwierig ist, sondern weil 15 Jahre Erfahrung auf internationalem Niveau Fehler zeigen, die man selbst noch gar nicht machen konnte.
Was vermittelt wird
Regeln des WA-Feldbogens: Pflockfarben, Wertungszonen, Trefferaufnahme, Shootoffs. Parcours-Verhalten: wer schießt wann, wie wird die Distanz bekanntgegeben, was passiert bei einem verlorenen Pfeil.
Dazu die Beobachtungen aus dem Wettkampf: Welche Fehler passieren unter Druck, welche Distanzen werden systematisch über- oder unterschätzt, was hilft in schwierigen Lichtsituationen. Kein Buch ersetzt das.
Bei jeder Distanz wissen, was zu tun ist.
Am Anfang der Saison ist harte Arbeit angesagt: Alle Felddistanzen werden systematisch ausgeschossen und die Einstellungen für die jeweilige Bogenklasse festgelegt. Was funktioniert, wird notiert — und beim nächsten Training zuerst verifiziert.
Für jede Entfernung wird eine eigene Distanzmarke am Visier gesetzt. Besonders 5 bis 10 Meter werden in 1-Meter-Schritten ausgeschossen, danach folgen 12, 15, 18 und ab 20 Meter die 5-Meter-Schritte.
Wie Recurve, aber mit Vergrößerung und feinerer Justage. Am Ende entsteht eine dokumentierte Visierkurve, damit auch Zwischenbereiche zuverlässig abgelesen werden können.
Kein Visier. Stattdessen werden Entfernungen über Abgriffe an der Sehne und Haltepunkte gelöst. Diese Liste darf im Wettkampf nicht mit ins Feld, sie muss sitzen.




Maßband legen
Von der weitesten Entfernung wird ein Maßband Richtung Schießlinie ausgelegt. So werden die Distanzen reproduzierbar und nicht nur nach Gefühl geschossen.
Distanzen gruppieren
Jede Entfernung wird so lange geschossen, bis drei Pfeile sicher im Gold gruppieren. Erst dann wird die Einstellung oder der Abgriff notiert.
Kontrolle einplanen
Die Liste wird unter anderen Licht- und Wetterbedingungen überprüft. Sonne von vorne, von der Seite oder von hinten macht im Feld einen spürbaren Unterschied.
Bogen prüfen
Sind die Abweichungen zu groß, wird nicht einfach weitergeschätzt. Dann werden Bogentuning, Standhöhe, Material und Schusswiederholung überprüft.
Bergauf und bergab — die Kraftlinie hält.
Das häufigste Problem im Feldschuss: Der Schütze lehnt den Oberkörper statt über die Hüfte zu kippen. Was dann passiert, ist vorhersehbar — und trainierbar.



Bergauf
Problem: Die stabile Kraftlinie im Schultergürtel geht verloren.
Das T — Bogenarm, Schultergürtel, Zugarm — bricht ein. Die Auszugslänge verkürzt sich, weniger Energie geht in den Bogen, der Schuss ist zu kurz. Schützen mit Klicker kommen nicht mehr durch.
Korrektur: Über die Hüfte kippen, nicht den Oberkörper lehnen. Die Schultern bleiben waagerecht zum Ziel.
Bergab
Problem: Pfeile schlagen tief und rechts ein.
Der Bogenarm sackt beim Kippen nach rechts weg. Gleichzeitig verändert sich der Sehnenschatten — der Schütze korrigiert unbewusst falsch.
Korrektur: Wieder über die Hüfte kippen, nicht über den Rücken. Sehnenschatten bewusst kontrollieren, etwas höher anhalten.
In der Trainingseinheit Abschusswinkel werden beide Situationen gezielt geübt — zuerst in der Halle auf den Parkour-Blöcken, dann draußen auf den Hangstationen des Bogenplatzes. Die Hüftrotation ist lernbar. Es braucht Wiederholung.
- Im leichten Vorauszug ins T gehen: Bogenarm, Schultergürtel und Zugarm bilden eine Linie.
- Bergauf die Hüfte nach vorn schieben und den Oberkörper kontrolliert nach hinten neigen.
- Bergab die Hüfte nach hinten schieben und den Oberkörper nach vorn neigen.
- Erst wenn der Bogen sauber auf das Target zeigt, in den Vollauszug gehen.
- Bei Bergabschüssen bleibt der Vorauszug bewusst leicht, damit es nicht wie ein gespannter Schuss über das Ziel hinweg wirkt.
BergaufschussTrainingseinheit für den steilen Schuss nach oben.
BergabschussWie der Schussablauf bei starkem Gefälle gehalten wird.
TrainingsparcoursEindrücke vom Feldbogentraining am Bogenplatz.
Weitere StationZusätzliche Originalsequenz aus dem Trainingskontext.
Unser Parcours.
Der ASC-Bogenplatz in Göttingen ist die praktische Basis des Feldbogentrainings. Mindestens 12 Feldbogenstationen decken die wesentlichen Herausforderungen für Trainingszwecke ab: Winkel, Distanzen, Licht, Wind und unterschiedliche Auflagen. Dazu die Halle für die Vorbereitung und das Bogenhaus für Theorie und Materialcheck.


Bogenplatz Göttingen
Der Trainingsparcours stellt unterschiedliche Situationen auf kleiner Fläche nach: Bergabschüsse, Bergaufschüsse, Hanglagen, wechselnde Distanzen und Zielbilder. Während des Feldbogentrainings wird das olympische Bogentraining auf dem Platz pausiert, damit die Stationen exklusiv genutzt werden können.
Mehr zur Infrastruktur, zur Lage und zur Barrierefreiheit des Platzes findest Du auf der Bogenplatz-Seite.
Bogenplatz ansehen →Trainingszeiten Feldbogen
Feldbogen wird in der Sommersaison als eigenes Disziplintraining geführt. Vor Meisterschaften kann ein zusätzliches Sondertraining auf einem anspruchsvollen auswärtigen Feldbogenparcours dazukommen.
Wer als neues Vereinsmitglied ins Feldbogentraining einsteigen will, meldet sich bei uns — wir klären, ob die Schusstechnik die Grundlage schon mitbringt.
Trainingszeiten ansehen →ASC Göttingen · Feldbogen
Feldbogen beginnt mit dem ersten Pfeil auf der Schießlinie.
Wer noch keine Schusstechnik hat, fängt im Anfängerkurs an. Wer schon schießt und ins Feld will, kommt zu uns — wir zeigen Dir, was als Nächstes kommt.