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Technik · Button

Die Feder im Fenster.

Wie der Cushion Plunger den Pfeil ums Eck führt - und wie Du ihn passend einstellst. Ein technischer Leitfaden mit Federkennlinien, Rohschaft-Test, Walk-Back-Test und einem vierphasigen Tuning-Algorithmus.

Überblick

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Center Shot ist Geometrie. Federhärte bestimmt die Rückstellkraft.

Wer den Button versteht, dreht nicht nach Gefühl am Rad, sondern stellt ein System. Entscheidend ist, statische Position und dynamische Federwirkung sauber zu trennen.

3Größen: Center Shot, Vorspannung und Federkonstante
4Phasen für die Abstimmung
1Änderung pro Vergleich

Leitfaden · Edition 2026

Der überarbeitete Leitfaden als PDF.

Der überarbeitete 18-seitige Leitfaden enthält Blender-Schnittbilder, Federkennlinien, einen vierphasigen Tuning-Ablauf und ein Protokoll zum Ausdrucken.

Artikel

01 · Button

Klein, federbelastet, entscheidend

Der Button ist ein unscheinbares Bauteil im Bogenfenster. Im Schuss wird er zum letzten Stellglied der Bogenmechanik.

Statisch legt der Button den seitlichen Auflagepunkt des Pfeils fest: den Center Shot. Beim Recurve mit Fingerablass liegt die Pfeilspitze als Ausgangspunkt etwas außerhalb der Sehnenmitte. Den genauen Startwert prüfst Du mit den Vorgaben für Deinen Bogen.

Während des Abschusses drückt der Schaft den Stift nach innen, solange beide Kontakt haben. Die Feder speichert dabei Energie; Dämpfung und Stiftmasse beeinflussen die Bewegung zusätzlich. Nach der Trennung kann der Stift zurückkehren, ohne auf den Pfeil zu wirken.

Der Button kann Spine, Zuggewicht und Pfeilsetup fein abstimmen. Er kann ein unpassendes System aber nicht retten. Genau dort beginnt sauberes Tuning.

Kontakt, Kompression und Ablösung in Zeitlupe. Berechnetes Schulungsbeispiel, keine Messung an einem realen Bogen; die Zeitachse ist abschnittsweise gedehnt.

02 · Aufbau

Drei Bauteile, ein System

Gewindezylinder, Plunger Pin und Feder bilden ein kleines, reproduzierbares Widerstandssystem.

Der Gewindezylinder sitzt im Mittelstück. Der Plunger Pin ragt in das Bogenfenster und berührt den Pfeil. Die Feder im Inneren gibt den seitlichen Widerstand vor.

Hochwertige Buttons arbeiten mit definierbaren Rastpositionen. Dadurch wird aus Gefühl eine wiederholbare Einstellung: Du kannst eine Position notieren, zurückkehren und Materialwechsel sauber vergleichen.

Bei der Beiter-Referenz sind drei Federn üblich: weich, hart und extra hart. Die Federwahl ist kein Bauchgefühl, sondern der Startpunkt des Tunings.

Schnittmodell eines Recurve-Buttons mit beschrifteter Kunststoffspitze, Stift, Druckfeder, Einstellknopf, Mittelteil und Pfeilauflage.
Der Button im Schnitt: Stift und Feder sitzen im Mittelteil; die Spitze berührt seitlich den Pfeilschaft. Bild in voller Größe öffnen ↗

03 · Federkennlinie

In Newton denken

Die Federhärte bestimmt, wie stark der Pfeil seitlich zurückgedrängt wird.

Bei einer linear angenäherten Feder wächst die Kraft mit dem zusätzlichen Stiftweg. Die Vorspannung verschiebt die Kennlinie, die Federkonstante bestimmt ihre Steigung. Eine Skalenposition allein ist kein universeller Newton-Wert.

Notiere Modell, Feder und Skalenposition gemeinsam. Für die Zuordnung von Skala und Kraft nutzt Du die Kennlinie des konkreten Herstellers. Die Zahlen der folgenden Blender-Grafik gehören zu einem berechneten Schulungsbeispiel.

Ob eine Einstellung passt, prüfst Du am gesamten Setup: freier Pfeilpassage, wiederholbaren Gruppen und dem Verhalten über geeignete Distanzen. Federkraft und dynamische Kontaktkraft sind dabei nicht zu jedem Zeitpunkt gleich.

FederDrahtstärkeStartpunkt
Weich0,45 mmbenachbarte Feder bei Einstellung nahe Skalenende 10
Hart0,60 mmAusgangsfeder laut Beiter-Datenblatt
Extra hart0,70 mmbenachbarte Feder bei Einstellung nahe Skalenende 0
Drei Federkennlinien zeigen getrennt, wie mehr Vorspannung die Anfangskraft und eine härtere Feder die Steigung verändert.
Vorspannung verschiebt die Kennlinie, Federhärte verändert ihre Steigung. Die Zahlen gehören zum Schulungsbeispiel und sind keine Einstellempfehlung. Bild in voller Größe öffnen ↗

04 · Pfeilsetup

Spine, Zuggewicht und FOC

Die passende Feder hängt von messbaren Größen ab: Spine, Zuggewicht, Pfeillänge und Massenverteilung.

Ausgangspunkt sind die Schaftwahl nach Herstellerangaben, das gemessene Zuggewicht und die tatsächliche Pfeillänge. Eine feste Federwahl allein aus Spine oder FOC wäre zu grob; der Button ersetzt keinen passenden Pfeil.

Der dynamische Spine verändert sich mit Zuggewicht, Pfeillänge und Spitzengewicht. Mehr Zuggewicht, längere Pfeile und schwerere Spitzen machen den Pfeil dynamisch weicher.

Notiere bei jedem Setup-Wechsel Zuggewicht, Spine, Pfeillänge, Spitzengewicht und Buttonposition. Ohne diese Daten ist Tuning später kaum rekonstruierbar.

05 · Tests

Rohschaft und Walk-Back

Zwei Tests genügen, wenn Du sie sauber trennst und nicht nach einzelnen Pfeilen korrigierst.

Beim Rohschaft-Test vergleichst Du unbefiederte und befiederte Pfeile auf derselben Distanz. Mehrere Serien zeigen, ob ein Versatz wiederholbar ist. Prüfe zuerst Nockpunkt und Freigang, bevor Du die seitliche Abstimmung veränderst.

Der Walk-Back-Test ergänzt den Vergleich über mehrere geeignete Distanzen. Ein seitlicher Verlauf verlangt eine Prüfung, beweist aber keine einzelne Ursache: Auch Bogenverkantung, Visierausrichtung, Wind und Schussausführung beeinflussen das Bild.

Prüfe zunächst die Grundeinstellung, führe dann den Rohschaftvergleich durch und ergänze die Distanzprüfung. Ändere immer nur eine Größe und halte die Ausgangsposition fest.

Rechtshand · steife Reaktion

Rohschaft links

Weniger Federspannung kann die Feinabstimmung unterstützen. Bei Linkshand kehrt sich die Zuordnung um.

Rechtshand · weiche Reaktion

Rohschaft rechts

Mehr Federspannung kann die Feinabstimmung unterstützen. Starke Abweichungen verlangen eine Prüfung des Pfeilsetups.

Distanzprüfung

C-Kurve im Walk-Back

Geometrie, Haltung, Visier und Bedingungen prüfen. Die Kurvenform allein beweist keine einzelne Ursache.

Leitfaden · Edition 2026

Der überarbeitete Leitfaden als PDF.

Der überarbeitete 18-seitige Leitfaden enthält Blender-Schnittbilder, Federkennlinien, einen vierphasigen Tuning-Ablauf und ein Protokoll zum Ausdrucken.

06 · Tuning

Vier Phasen, ein nachvollziehbarer Vergleich

Gutes Button-Tuning ist eine Prozedur: Daten erfassen, initialisieren, testen, feinjustieren.

Phase 1 sammelt die Daten zu Bogen, Pfeil und Button. Phase 2 setzt Feder, Center Shot und eine mittlere Skalenposition, damit in beide Richtungen genug Justierraum bleibt.

Phase 3 vergleicht Rohschaft-Test, kleine Korrekturen und den Befund über Distanz. Notiere Versatz und Streuung. Eine allgemein gültige Umrechnung von Millimetern in Klicks gibt es nicht; prüfe die Wirkung am eigenen Setup.

Phase 4 bestätigt die gewählte Einstellung mit mehreren Serien und an einem weiteren Trainingstag. Beende die Feinabstimmung, wenn sich kein wiederholbarer Vorteil mehr zeigt, die Pfeile frei passieren und die Ergebnisse stabil bleiben. Ein starres ±5-mm-Kriterium passt nicht zu jeder Schussstreuung.

07 · Diagnose

False Tune und Fehlertoleranz

Eine perfekte 18-Meter-Gruppe kann falsch beruhigen, wenn sich zwei Fehler nur gegenseitig kaschieren.

Ein scheinbar passendes Ergebnis kann täuschen. Berührungen, Nockpassung, ungleichmäßiger Ablass oder mehrere ungünstige Einstellungen können den Befund beeinflussen. Prüfe die Wiederholbarkeit und vergleiche geeignete Distanzen.

Vergleiche brauchbare Einstellungen unter ähnlichen Bedingungen und wechsle ihre Reihenfolge zwischen den Serien. Aus gewöhnlicher Streuung lässt sich die reine Fehlertoleranz des Materials nicht direkt ableiten; der Leitfaden verwendet dafür keinen pauschalen Index.

Wenn die Schleife nach mehreren Iterationen nicht konvergiert oder unterschiedliche Distanzen widersprüchlich reagieren, prüfe den Spine. Eine perfekt eingestellte Feder über einem unpassenden Pfeil bleibt ein versteckter Fehler.

08 · Wartung

Saisonweise kontrollieren

Temperatur und Verschleiß spielen eine Rolle, aber im Vereinsalltag weniger als Form, Lösen und saubere Dokumentation.

Edelstahlfedern verändern ihre Steifigkeit im normalen Temperaturbereich nur gering. Für die meisten Schützen ist Temperaturkompensation kein Alltagsthema.

Verschleiß wird erst über viele Lastwechsel relevant. Eine saisonweise Kontrolle ist sinnvoller als ständiges Drehen nach jedem schlechten Trainingstag.

Wer nach jedem Ausreißer am Button arbeitet, optimiert Tagesform statt System. Erst wenn wiederholbare Befunde entstehen, wird nachjustiert.

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ASC Göttingen · Technische Grundlagen

Tuning ist Parameterarbeit.

Die Webfassung bündelt die wichtigsten Schritte. Das PDF enthält den vollständigen Leitfaden mit Blender-Schnittbildern, Tabellen, Quellen und einem Protokoll für die Schießlinie.