ASC · Bogensport GöttingenAnfängerkurs
Technik · Button

Die Feder im Fenster.

Wie der Cushion Plunger den Pfeil ums Eck führt - und wie Du ihn passend einstellst. Ein technischer Leitfaden mit Federkennlinien, Rohschaft-Test, Walk-Back-Test und einem vierphasigen Tuning-Algorithmus.

Überblick

Technik-Hub

Center Shot ist Geometrie. Federhärte ist Dämpfung.

Wer den Button versteht, dreht nicht nach Gefühl am Rad, sondern stellt ein System. Entscheidend ist, statische Position und dynamische Federwirkung sauber zu trennen.

3Federkennlinien als Startpunkt
5,0Skalenposition mit maximalem Justierraum
±5 mmKonvergenzkriterium auf 18 m

Leitfaden · Edition 2026

Das komplette Manuskript als PDF.

Das 15-seitige Originaldokument enthält die Schaubilder, Tabellen und den vollständigen vierphasigen Tuning-Algorithmus.

Artikel

01 · Button

Klein, federbelastet, entscheidend

Der Button ist ein unscheinbares Bauteil im Bogenfenster. Im Schuss wird er zum letzten Stellglied der Bogenmechanik.

Statisch legt der Button den Auflagepunkt des Pfeils relativ zur Sehnenmitte fest: den Center Shot. Beim Recurve liegt die Pfeilspitze bewusst leicht außerhalb der Sehnenmitte, damit die seitliche Kraft des mediterranen Ablasses ausgeglichen werden kann.

Dynamisch dämpft der Plunger die seitliche Bewegung des Pfeils während der Beschleunigung. Der Schaft biegt sich beim Lösen und muss am Bogenfenster vorbeiarbeiten, ohne unkontrolliert anzuschlagen.

Der Button kann Spine, Zuggewicht und Pfeilsetup fein abstimmen. Er kann ein unpassendes System aber nicht retten. Genau dort beginnt sauberes Tuning.

02 · Aufbau

Drei Bauteile, ein System

Gewindezylinder, Plunger Pin und Feder bilden ein kleines, reproduzierbares Widerstandssystem.

Der Gewindezylinder sitzt im Mittelstück. Der Plunger Pin ragt in das Bogenfenster und berührt den Pfeil. Die Feder im Inneren gibt den seitlichen Widerstand vor.

Hochwertige Buttons arbeiten mit definierbaren Rastpositionen. Dadurch wird aus Gefühl eine wiederholbare Einstellung: Du kannst eine Position notieren, zurückkehren und Materialwechsel sauber vergleichen.

Bei der Beiter-Referenz sind drei Federn üblich: weich, hart und extra hart. Die Federwahl ist kein Bauchgefühl, sondern der Startpunkt des Tunings.

03 · Federkennlinie

In Newton denken

Die Federhärte bestimmt, wie stark der Pfeil seitlich zurückgedrängt wird.

Jede Feder hat eine eigene Kennlinie. Im genutzten Bereich verläuft der Zusammenhang zwischen Skalenposition und Rückstellkraft näherungsweise linear.

Wer diese Kennlinien kennt, denkt nicht mehr in weiter rein oder weiter raus, sondern in Kraft. Das macht Einstellungen reproduzierbar und Federwechsel berechenbar.

Eine zu harte Feder lässt den Pfeil hart abprallen und verstärkt kleine Lösefehler. Eine zu weiche Feder schafft Clearance-Probleme, weil der Pfeil zu weit in Richtung Bogenfenster ausweichen kann.

FederDrahtstärkeFederkonstanteStartpunkt
Weich0,45 mm≈ 0,5 N/mmleichteres Zuggewicht oder steifer Pfeil
Hart0,60 mm≈ 0,8 N/mmStandardbereich bei vielen Recurve-Setups
Extra hart0,70 mm≈ 1,2 N/mmhöheres Zuggewicht oder weicher Pfeil

04 · Pfeilsetup

Spine, Zuggewicht und FOC

Die passende Feder hängt von messbaren Größen ab: Spine, Zuggewicht, Pfeillänge und Massenverteilung.

Ein steifer Pfeil biegt sich weniger und braucht tendenziell eine weichere Feder, damit er ausreichend ausschwingen kann. Ein weicher Pfeil biegt sich stärker und braucht eher mehr Widerstand.

Der dynamische Spine verändert sich mit Zuggewicht, Pfeillänge und Spitzengewicht. Mehr Zuggewicht, längere Pfeile und schwerere Spitzen machen den Pfeil dynamisch weicher.

Notiere bei jedem Setup-Wechsel Zuggewicht, Spine, Pfeillänge, Spitzengewicht und Buttonposition. Ohne diese Daten ist Tuning später kaum rekonstruierbar.

05 · Tests

Rohschaft und Walk-Back

Zwei Tests genügen, wenn Du sie sauber trennst und nicht nach einzelnen Pfeilen korrigierst.

Der Rohschaft-Test zeigt den dynamischen Spine. Du schießt unbefiederte und befiederte Pfeile auf dieselbe Distanz und vergleichst die Gruppenmitten. Horizontale Abweichung spricht für Feder oder Spine, vertikale Abweichung für den Nockpunkt.

Der Walk-Back-Test prüft Center Shot und Federspannung über mehrere Distanzen. Eine gerade vertikale Linie ist das Ziel. Eine schräge Linie weist auf Federspannung hin, eine C-förmige Kurve auf Center Shot.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst Rohschaft, dann Walk-Back. Wer beide Tests ohne feste Logik vermischt, produziert Chaos statt Konvergenz.

zu steif

Rohschaft links

Der Pfeil braucht weniger seitlichen Widerstand oder ein passenderes Setup.

zu weich

Rohschaft rechts

Der Pfeil braucht mehr seitlichen Widerstand oder eine Spine-Prüfung.

Center Shot

C-Kurve im Walk-Back

Nicht an der Feder beginnen, sondern die Geometrie des Buttons prüfen.

Leitfaden · Edition 2026

Das komplette Manuskript als PDF.

Das 15-seitige Originaldokument enthält die Schaubilder, Tabellen und den vollständigen vierphasigen Tuning-Algorithmus.

06 · Tuning

Vier Phasen, ein Abbruchkriterium

Gutes Button-Tuning ist eine Prozedur: Daten erfassen, initialisieren, testen, feinjustieren.

Phase 1 sammelt die Daten zu Bogen, Pfeil und Button. Phase 2 setzt Feder, Center Shot und eine mittlere Skalenposition, damit in beide Richtungen genug Justierraum bleibt.

Phase 3 ist die Feedback-Schleife aus Rohschaft-Test, Korrektur und Walk-Back-Befund. Die Rohschaft-Abweichung wird in Millimetern gemessen und in kleine Skalenänderungen übersetzt.

Phase 4 schärft über Gruppenform und Mikro-Schritte nach. Beende die Schleife, wenn die Rohschaft-Abweichung auf 18 Metern unter ±5 mm liegt und die Walk-Back-Linie keine systematische Drift mehr zeigt.

07 · Diagnose

False Tune und Fehlertoleranz

Eine perfekte 18-Meter-Gruppe kann falsch beruhigen, wenn sich zwei Fehler nur gegenseitig kaschieren.

Ein False Tune entsteht, wenn ein unpassender Pfeil und eine extreme Buttoneinstellung auf kurzer Distanz zufällig zusammenpassen. Auf längeren Distanzen zerfällt das Bild dann sichtbar.

Präzision allein reicht nicht. Ein gutes Setup muss auch kleine Löseunterschiede verkraften. Der Leitfaden schlägt dafür einen Forgiveness-Index aus horizontaler Streuung und Ringradius vor.

Wenn die Schleife nach mehreren Iterationen nicht konvergiert oder unterschiedliche Distanzen widersprüchlich reagieren, prüfe den Spine. Eine perfekt eingestellte Feder über einem unpassenden Pfeil bleibt ein versteckter Fehler.

08 · Wartung

Saisonweise kontrollieren

Temperatur und Verschleiß spielen eine Rolle, aber im Vereinsalltag weniger als Form, Lösen und saubere Dokumentation.

Edelstahlfedern verändern ihre Steifigkeit im normalen Temperaturbereich nur gering. Für die meisten Schütz:innen ist Temperaturkompensation kein Alltagsthema.

Verschleiß wird erst über viele Lastwechsel relevant. Eine saisonweise Kontrolle ist sinnvoller als ständiges Drehen nach jedem schlechten Trainingstag.

Wer nach jedem Ausreißer am Button arbeitet, optimiert Tagesform statt System. Erst wenn wiederholbare Befunde entstehen, wird nachjustiert.

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ASC Göttingen · Technische Grundlagen

Tuning ist Parameterarbeit.

Die Webfassung bündelt die wichtigsten Schritte. Das PDF enthält den vollständigen Leitfaden mit Schaubildern, Tabellen, Berechnungsvorschrift und Logik für die Schießlinie.